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Die Geschichte unseres Vereins

Herr Pastor Allebrodt "Gründervater" des Spielmannszug Altastenberg

Das älteste bekannte Foto unseres Vereines

 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der heutige “Spielmannszug Altastenberg 1910“ am 06.01.1910.

Dem damaligen Dorfchronist Herrn Pastor Allebrodt wurde berichtet, dass die Jungmänner des Ortes, wie auch in vielen anderen Dörfern des Sauerlandes, einen “Trommler- und Pfeifercorps“ gründen möchten.

 

Der ehemalige Volksschullehrer Heinrich Gerke schrieb in einem unveröffentlichten Lebensbild von Pastor Allebrodt, wie sehr dieser die Musik liebte:

“Er hörte gern eine Kapelle einen flotten Marsch spielen“.

Darum nahm sich Herr Pastor Allebrodt dem Wunsch der Jungmänner Altastenbergs an und übernahm folglich die Leitung des “Trommler- und Pfeifercorps“, welches in der Zukunft bei Ausflügen fleißig spielte.

Die damit verbundenen Kosten gingen meistens zu Lasten des Herrn Pastors.

 

So erhielt das Vereinsleben in Altastenberg vor dem ersten Weltkrieg -besonders unter der Jugendlichen- einen ordentlichen Auftrieb.

Auch erhielt das “Trommler & Pfeiferkorps“ bereits damals einige Staatliche Zuschüsse zur Anschaffung der Instrumente.

Verantwortlicher Tambourmajor zu dieser Zeit war Josef Birkenheier.

 

Doch bereits nach kurzer Zeit wurde das eben noch muntere Vereinsleben durch den Ersten Weltkrieg abrupt unterbrochen.

Nachdem der Krieg beendet war, schlossen sich die Trommler und Pfeifer in noch größerer Anzahl wieder zusammen, um Ihren Verein unter der musikalischen Leitung von Georg Mörchen wieder aufleben zu lassen.

Zum Leidwesen aller Spielleute wurde die Gemeinschaft durch den zweiten Weltkrieg abermals auseinander gerissen.

 

In den ersten Nachkriegsjahren wurde das Schützenfest vom Spielmannszug Winterberg unterstützt, doch Ewald Leber erinnerte sich daran, dass es in Altastenberg bereits einmal einen Spielmannszug gegeben hatte.

Er suchte zunächst die Instrumente zusammen, die den Krieg überlebt hatten. Das alleine reichte jedoch nicht aus, denn ohne aktive Musiker gab es keinen Spielmannszug.

Also machte er sich auf dem Weg von Haus zu Haus, um die Altastenberger wieder für das musikalische Vereinsleben zu begeistern, was Ihm auch bestens gelang.

 

So konnte der erste Probeabend nach dem Krieg im November 1956 stattfinden.

Der "neue" Spielmannszug setzte sich das Ziel, den Festzug des Schützenfestes 1957 im Festzug mit zu gestalten.

Im Verlauf der nächsten Monate wurden unter der Bevölkerung viele Wetten abgeschlossen, ob dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden könne.

Für die Musiker waren diese Wetten ein derartiger Ansporn, dass mancher Übungsabend von 20 Uhr bis spät in die Nacht andauerte.

Und siehe da es wurde geschafft. Die Mühen zahlten sich aus, so das im Juli 1957 13 Spielleute unter der Leitung von dem musikalischen Leiter Bruno Schütte und dem Stabführer Hugo Rötz in weißen Hosen, weißen Hemden und Schützenkappen als "Knüppelmusik" im Zug mitmarschierten.

Mit fünf einstudierten Märschen trugen sie zu einem gelungenen Schützenfest bei und wurden von den Altastenbergern begeistert empfangen.

Bruno Schütte war es, der entgegen vieler anderer Vereine von Anfang an Notenkenntnisse vermittelte.

So spielte man in Altastenberg nie nach Zahlen oder anderen Systemen.

Die damaligen Musiker waren: Ewald Leber, Bruno Schütte, Hugo, Rötz, Robert Pfennig, Alfons Hanses, Arnold Leber, Siegfried Brieden, Hermann Pfennig, Theo Pfennig, Manfred Rötz, Siegfried Pape, Heinz Leber und Otto Leber.

 

Im Jahre 1962 erhielt der Verein seine erste einheitliche Uniform.

Diese bestand aus weißen Hose und grünen Blousonjacken, entworfen vom damaligen musikalischen Leiter und Schneidermeister Bruno Schütte aus Altastenberg.

 

Eine kontroverse Diskussion kam in den sechziger Jahren auf, als sich drei Mädchen für eine Mitgliedschaft im Spielmannszug interessierten. Nach einiger Zeit war man sich darüber einig, dass der Verein ohne weibliche Unterstützung nicht fortbestehen konnte und so wurde die Aufnahme junger Damen beschlossen, was sich positiv auf das Vereinsleben auswirkte.

Durch planmäßige instrumentelle Verstärkung und intensive Übungsstunden machte sich der Spielmannszug Altastenberg bald einen guten Namen sowohl im Ort selbst, als auch in der Umgebung.

 

Im Jahre 1971 wurde anlässlich eines Freundschaftstreffens beim Tambourcorps Oberkirchen die Idee “Freundschaftstreffen Rund um den Wilzenberg“ geboren.

Seit dieser Zeit treffen sich die Vereine aus Altastenberg, Fleckenberg, Fredeburg, Grafschaft, Hengsbeck, Lenne, Oberkirchen, Schmallenberg und ab 1977 auch der Verein aus Kirchrarbach einmal im Jahr, um reihumgehend gemeinsam ein großes Fest zu feiern. beim Freundschaftstreffen 2009 trafen sich mehr als 250 Musiker in Altastenberg.

Seit nunmehr fast 40 Jahren sind unter den Mitgliedern der Beteiligten Vereine herzliche Freundschaften entstanden und das Treffen ist aus den Terminkalender der Musiker sicherlich nicht mehr wegzudenken.

 

1974 wechselte die Uniformfarbe von Grün auf Rot. Die charakteristischen sog. “Schwalbennester“ an den Schultern der Musiker blieben jedoch.

In den Achtziger und frühen neunziger Jahren machte ein hoher Mitgliederwechsel dem Verein zu schaffen. Erfahrene Spielleute schieden aus Altersgründen, junge Frauen durch Heirat oder Umzug aus.

Joachim Pape, der 1985 1. Vorsitzender wurde, erwarb sich hier besondere Verdienste durch eine sehr gute Nachwuchsarbeit. Mit hartnäckiger Ausdauer wurden immer wieder junge Musiker ausgebildet und in den Verein integriert.

Nachdem Bruno Schütte aus Altersgründen sein Amt als musikalischer Leiter niedergelegt hatte, konnte 1985 der Stellvertretende Kreisfachleiter des Volksmusikerbundes NRW, Ulrich Bork vom Spielmannszug Wülfte, zur weiteren Ausbildung des Nachwuchses verpflichtet werden.

Seit dieser Zeit wurde vielen Musikern die Möglichkeit gegeben, an Lehrgängen des Volksmusikerbundes teilzunehmen und so die musikalischen Leistungen weiter zu verbessern.
Dies führte dazu, dass der Verein schon nach kurzer Zeit in der Lage war, die Ausbildung wieder selbst zu übernehmen.

 

Die Uniformfarbe Rot hat bis zum heutigen Tage bestand, wenn auch im Jahre 1994 neue Uniformen mit einem moderneren Schnitt angeschafft wurden.

Bereits seit 2007 nimmt der Spielmannszug als einer der wenigen des Sauerlandes am Karnelvalszug in Köln teil. Was im Anfang als ein einmaliger Auftritt geplant war, entwickelte sich bis heute zu einem Highlight nicht nur für die jüngeren Vereinsmitglieder.

Weiterhin werden die Schützenfeste in Altenfeld, Altastenberg, Siedlinghausen und Liesen musikalisch mitgestaltet. In Altastenberg spielt man über 50 Jahre, in Altenfeld mittlerweile seit 42 Jahren und ist einfach zu einem Teil der dortigen Schützenfeste geworden.

Heute gehören dem Spielmannszug fast 30 aktive und ca. 60 fördernde Mitglieder an. Geführt wird der Spielmannszug seit dem Jahr 2002 von dem 1. Vorsitzenden Jens Leber und von Stabführer Günter Sander.

Das 100-jährige Jubiläum wurde am Freitag, den 16. April mit einem Kommersabend begangen. Am darauffolgenden Samstag, den 16. April 2010 wurde ein Freundschaftstreffen mit 8 befreundeten Spielmannszügen und Tambourcorps gefeiert. Abends fand eine Discoparty statt.